Das Skript

Jeder Mensch hat sich auf seine ganz individuelle Weise zu dem entwickelt, was er heute ist. Seine Entwicklung wird beeinflusst durch das, was er von seiner Konstitution her mit auf diese Welt gebracht hat,  was er mit seiner Umwelt und seinen Bezugspersonen erlebt und wie er es seinem Typus entsprechend verarbeitet hat. So entwirft jeder Mensch seinen eigenen, unbewussten Lebensplan = das Skript. Das Skript beeinflusst das weitere Leben, sei es in positiver oder negativer Weise. In der Skript-Analyse geht es darum, das eigene Skript kennen und verstehen zu lernen. Ziel ist es, die positiven Kräfte und Energien zu stärken und einschränkende Skripteinflüsse zu schwächen oder aufzuheben.

 

Die Ich-Zustände

Wenn Sie Ihr eigenes Fühlen und Erleben beobachten, werden Sie feststellen, dass dieses Fühlen und Erleben nicht immer dem entspricht, was Sie von einem  „erwachsenen“ Menschen erwarten. Sie werden vielleicht feststellen, dass Sie sich manchmal genau so fühlen, wie Sie sich in bestimmten Situationen als Kind gefühlt hatten. Und in anderen Situationen werden Sie feststellen, dass Sie in einer Art und Weise reagieren, die Sie an Reaktionen Ihrer Eltern erinnern. Es gibt drei verschiedene Weisen von Denken, Fühlen und Verhalten, die in der TA als Ich-Zustände bezeichnet werden:

Ich bin in meinem Erwachsenen-Ich-Zustand, wenn mein Verhalten, Denken und Fühlen eine Reaktion auf das darstellt, was um mich herum hier und jetzt geschieht, und ich dabei alle Möglichkeiten nutze, die ich als Erwachsener zur Verfügung habe.
Es kommt aber auch vor, dass ich das Verhalten, die Denkweise und Empfindungen, die ich von Vater, Mutter oder anderen Bezugspersonen erlebt habe, an den Tag lege. Wenn ich das tue, bin ich in meinem Eltern-Ich-Zustand.
Manchmal kehre ich zurück zu Verhaltensweisen, Gedankengängen und Gefühlen, wie ich sie als Kind erlebt habe. Dann bin ich in meinem Kind-Ich-Zustand.

 

Transaktionen

Der Austausch von Mitteilungen (verbal oder nonverbal) wird als Transaktion bezeichnet. Aus welchem Ich-Zustand heraus ich mein Gegenüber anspreche, und aus welchem Ich-Zustand mein Gegenüber antwortet, bestimmt den Ablauf, die Stimmung und das Ergebnis dieses Kontaktes.

 

Strokes

Ein Stroke wird definiert als eine Einheit der Anerkennung.
Beispiel: Sie gehen über die Straße und Ihr Nachbar kommt Ihnen entgegen. Er lächelt Sie an und sagt „Schönes Wetter heute“. Sie lächeln zurück und antworten „Ja, wunderbar“. Damit haben Sie mit dem Nachbarn Strokes ausgetauscht. Dabei nehme ich die Existenz meines Gegenübers, seine Eigenart oder sein Verhalten zur Kenntnis. Dies kann in positiver oder in negativer Weise geschehen.
Der Mensch braucht Strokes so dringend zu seinem seelischen und körperlichen Wohl, dass er, wenn er sich im Mangel befindet, eher negative Strokes provoziert, als dass er „verhungert“.

 

Psychologische Spiele

Spiele sind immer wiederkehrende Verhaltens- und Erlebensmuster, die Beziehungen und Begegnungen beeinträchtigen, belasten oder gar unmöglich machen. Sie finden immer unbewusst statt.

 

Autonomie

Wenn wir uns als Erwachsene voll entfalten wollen, müssen wie die Strategien zur Lebensbewältigung, die wir als Kind einmal beschlossen hatten, überprüfen und auf den neuesten Stand bringen. Stellen wir dann fest, dass die alten Strategien nichts mehr bringen, vielleicht sogar schaden, müssen wir an ihre Stelle neue setzen, die wirklich funktionieren. In der Sprache der TA müssen wir aus unserem Skript aussteigen und wirkliche Autonomie erwerben. Die Instrumente der TA sollen dem Menschen helfen, eine solche Autonomie zu erreichen.

Psychotherapie Simbach, Ulrike Thiersch-Jung         Bahnhofsplatz 3   .   84359 Simbach am Inn   .   Tel. 08571 602186   .   info@psychotherapie-simbach.de